Umzugsplanung

Die Küche beim Umzug: Abbau, Transport und Wiederaufbau

A&V GroupVeröffentlicht am 8 Min. Lesezeit
Mitarbeiter von A&V Group im Firmenshirt bei der Montage einer Einbauküche in einer leeren Wohnung

Die Küche ist der Teil der Wohnung, der am wenigsten wie ein Möbel funktioniert und am meisten wie ein Bauteil. Sie ist eingepasst, angeschlossen, zugeschnitten und auf Zentimeter eingemessen. Entsprechend selten lässt sich pauschal sagen, dass sie mitkommt oder dass sie bleibt. Dieser Ratgeber ordnet die Entscheidung entlang der Fragen, die vor dem Umzug beantwortet werden müssen: Was ist von der vorhandenen Küche realistisch übernehmbar, was begrenzt den Wiederaufbau, wie läuft ein sauberer Abbau ab, und wo verläuft die Grenze zur Fachkraft. Zur allgemeinen Frage, ob Möbel zerlegt oder ganz transportiert werden, finden Sie einen eigenen Beitrag zum Thema Möbel demontieren oder komplett transportieren.

Die Vorfrage: Lohnt der Umzug der Küche überhaupt?

Diese Frage steht vor allen anderen, und sie hat keine allgemeingültige Antwort. Sie hat aber nachvollziehbare Kriterien.

  • Alter und Zustand der Korpusse. Entscheidend ist nicht das Alter der Fronten, sondern der Zustand der Korpusse und ihrer Verbindungen. Aufgequollene Böden unter der Spüle, ausgerissene Beschläge und Korpusse, die bereits einmal umgezogen sind, tragen einen zweiten Umzug oft nicht mehr verlustfrei.
  • Standardmaß oder Maßanfertigung. Küchen aus Standardbreiten mit gängigem Bohrraster lassen sich neu kombinieren, ergänzen und in anderer Reihenfolge aufstellen. Eine Maßanfertigung mit angearbeiteten Wangen, Passstücken und raumbezogenen Sonderbreiten ist genau für einen Raum gebaut und verliert diesen Vorteil beim Wechsel vollständig.
  • Material der Arbeitsplatte. Beschichtete Platten sind austauschbar und im Zweifel neu zu beschaffen. Massivholz lässt sich nacharbeiten. Naturstein, Quarzkomposit und Keramik sind schwer, spröde an den Ausschnitten und beim Kürzen deutlich eingeschränkt.
  • Zuschnitte für Geräte. Ausschnitte für Spüle, Kochfeld und Armatur sitzen dort, wo die alte Anordnung sie verlangt hat. Ändert sich die Reihenfolge der Schränke, liegen die Öffnungen falsch. Ein Ausschnitt lässt sich vergrößern, aber nicht zurücknehmen.
  • Geometrie des neuen Raums. Die harte Grenze. Eine gerade Zeile lässt sich selten in eine Überecklösung überführen, Fenster- und Türlaibungen begrenzen Höhen und Längen, und Nischen, Vorsprünge oder abgehängte Bereiche schneiden Zeilen ab, die vorher durchliefen.

Wenn drei dieser fünf Punkte ungünstig ausfallen, wird der Umzug der Küche zu einer Sammlung von Einzelteilen, aus der am Ende doch eine neue Küche wird. Fallen sie günstig aus, ist die Mitnahme meist die vernünftige Entscheidung.

Was den Wiederaufbau tatsächlich begrenzt

Der Abbau ist selten das Problem. Die Grenzen zeigen sich beim Aufbau, und zwar an drei Stellen.

Die Arbeitsplatte. Sie ist das Bauteil mit dem höchsten Verlustrisiko. Stein- und Keramikplatten sind an den Ausschnitten schmal, tragen dort die Spannung und brechen bevorzugt an diesen Stellen. Verklebte Verbindungen bei Eckplatten lassen sich nicht zerstörungsfrei öffnen. Und selbst eine unbeschädigt geborgene Platte passt nur, wenn die neue Zeile dieselbe Länge und dieselbe Ausschnittfolge hat.

Zugeschnittene Teile. Sockelblenden, Wangen, Passleisten, Nischenrückwände und Lichtblenden sind auf den Zentimeter des alten Raums gearbeitet. Ein zu langes Teil lässt sich kürzen, ein zu kurzes nicht verlängern. Deshalb sind das die Positionen, die bei einem Umzug regelmäßig ersetzt werden.

Die Anschlüsse. Wasserzulauf, Abfluss, Steckdosen und die Anschlussstelle für den Herd liegen im neuen Raum fast nie an derselben Position. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen: Die Anordnung der Schränke richtet sich nach den vorhandenen Anschlüssen, nicht umgekehrt. Und alles, was an den Anschlüssen selbst verändert werden muss, ist Sache einer entsprechend qualifizierten Fachkraft und wird gesondert vereinbart.

Vor dem Abbau: messen und dokumentieren

Bevor der erste Schrank gelöst wird, gehören zwei Dinge erledigt. Erstens: den neuen Raum aufmessen, mit Wandlängen, Fensterlaibungen, Heizkörperpositionen, Deckenhöhe und den Positionen aller vorhandenen Anschlüsse. Ohne diese Maße ist jede Aussage über die Übernahme eine Vermutung.

Zweitens: fotografieren. Die Gesamtansicht jeder Zeile, dann Detailaufnahmen von Verbindungsstellen, Auszugsschienen, Blendenanschlüssen, der Rückseite der Geräte und der Anschlusssituation. Diese Bilder sind beim Aufbau die zuverlässigste Hilfe, gerade wenn zwischen Abbau und Aufbau ein oder mehrere Tage liegen.

Der Abbau in der richtigen Reihenfolge

Ein geordneter Küchenabbau folgt einer festen Abfolge, weil jeder Schritt den nächsten freilegt.

  1. Ausräumen. Schränke vollständig leeren. Geschirr, Gläser und Vorräte werden separat gepackt; bruchempfindliches Küchengut ist der klassische Fall für einen Verpackungsservice oder zumindest für sauberes Einwickeln statt Sammelkartons.
  2. Geräte trennen. Zuerst spannungsfrei und wasserseitig abgesperrt, dann ausbauen. Was dabei einen Eingriff in die Installation erfordert, übernimmt eine entsprechend qualifizierte Fachkraft.
  3. Arbeitsplatte lösen. Silikonfugen aufschneiden, Verschraubungen von unten lösen, Wandabschlussleisten abnehmen. Platten werden zu zweit oder zu dritt abgehoben, nie einseitig angehoben.
  4. Hängeschränke abnehmen. Von oben nach unten, damit der Arbeitsbereich frei bleibt. Aufhängebeschläge und Verbindungsschrauben zwischen den Korpussen zuerst.
  5. Unterschränke lösen. Verbindungen zwischen den Korpussen, dann die Wandbefestigung. Auszüge und Türen vorher aushängen, sonst schlagen sie beim Tragen aus.
  6. Sockel und Blenden. Zuletzt, weil sie bis dahin die Füße verdecken. Sockelclips brechen leicht und gehören zu den Teilen, die am neuen Ort häufig ersetzt werden.

Für alle Schritte gilt dasselbe wie bei jeder Möbelmontage: Beschläge, Schrauben, Clips und Verbindungsteile kommen sofort in beschriftete Beutel, die am zugehörigen Bauteil befestigt werden. Ein Beutel pro Schrank, beschriftet mit derselben Nummer, die auf der Innenseite des Korpus klebt. Sammelkisten mit Kleinteilen aus fünf Schränken sind der häufigste Grund dafür, dass ein Aufbau ins Stocken gerät.

Geräte: der Teil, der Vorlauf braucht

Küchengeräte sind die einzigen Bauteile, deren Vorbereitung vor dem Umzugstag beginnt.

  • Kühl- und Gefriergeräte werden rechtzeitig abgetaut, gereinigt und vollständig getrocknet. Restfeuchte im geschlossenen Gerät führt zu Geruchsbildung. Transportiert wird stehend; nach dem Transport bleibt das Gerät vor dem ersten Einschalten stehen, damit sich das Kältemittel setzt. Die erforderliche Wartezeit steht in der Herstelleranleitung.
  • Waschmaschine und Trockner brauchen die Transportsicherung. Fehlt sie, ist die Trommelaufhängung ungeschützt. Vorher Restwasser über den Ablaufschlauch und das Flusensieb entleeren, sonst läuft es im Fahrzeug aus.
  • Geschirrspüler halten ebenfalls Restwasser im Sumpf und in den Schläuchen. Auch hier vorher entleeren und die Anschlüsse verschließen.
  • Backofen, Kochfeld und Dunstabzug werden getrennt verpackt. Glaskeramikflächen sind punktempfindlich und gehören nicht unter andere Teile.

Transport: Kanten sind das Risiko

Küchenteile sind flächig, schwer und an den Kanten empfindlich. Fronten und Arbeitsplatten werden deshalb stehend transportiert und gegen Verrutschen fixiert, nicht flach gestapelt. Zwischen den Teilen liegen Zwischenlagen, damit Beschläge und Kanten nicht auf Sichtflächen drücken. Korpusse werden leer transportiert, weil ein beladener Korpus sich verwindet. Auszüge und Türen bleiben ausgehängt und einzeln gesichert. Bei Stein- und Keramikplatten ist der Transport in senkrechter Lage nicht Empfehlung, sondern Voraussetzung, weil eine liegende Platte bei jeder Bodenwelle auf Biegung beansprucht wird.

Der Wiederaufbau

Am neuen Ort beginnt die Arbeit mit dem Boden und der Wand, nicht mit dem Schrank. Unterschränke werden über die Stellfüße in Waage gebracht, weil eine Zeile, die nicht fluchtet, später an der Arbeitsplatte sichtbar wird und Türen nicht bündig schließen lässt. Wandschienen und Aufhängungen werden neu gesetzt, die Sockelblenden auf die tatsächliche Bodenhöhe angepasst. Danach folgen Arbeitsplatte, Wandabschluss und Dichtungen: Dichtband beziehungsweise Silikonfuge an Wand und Spülenausschnitt sind kein optisches Detail, sondern der Feuchtigkeitsschutz der Korpusse.

Zum Schluss werden Türen und Auszüge justiert, Blenden angepasst und die Geräte eingesetzt. Praktisch immer bleibt eine Restarbeitenliste übrig: eine Blende, die zugeschnitten werden muss, eine Nischenrückwand, die nicht mehr passt, ein Sockelclip, der ersetzt wird. Diese Liste offen zu führen, ist ehrlicher, als sie zu vermeiden. Der Umfang solcher Arbeiten gehört zur Küchenmontage und wird üblicherweise vorab besprochen, damit am Aufbautag Klarheit über den Umfang besteht.

Anschlüsse: die klare Grenze

Ein Punkt, der keine Auslegung verträgt: Arbeiten an Gas-, Strom- und Wasserinstallationen dürfen ausschließlich entsprechend qualifizierte Fachkräfte ausführen. Das gilt für Gasgeräte, für fest angeschlossene Herde, für das Versetzen von Steckdosen sowie für Änderungen an Zu- und Abwasserleitungen. Solche Leistungen sind kein Bestandteil des Möbelaufbaus, sondern werden gesondert vereinbart und terminlich vor oder nach dem Aufbau eingeplant. Wer das früh klärt, vermeidet die Situation, dass die Küche steht, aber weder Wasser noch Strom führt.

Wenn die Küche nicht mitkommt

Manchmal ist die ehrliche Antwort, dass sich der Umzug der Küche nicht lohnt. Dann bleibt die Frage, was mit ihr geschieht. Ob sie in der Wohnung bleibt, an die Nachmieterseite übergeben oder ausgebaut wird, klären Sie mit der Vermieterseite; ein Blick in den Mietvertrag gehört an den Anfang dieser Klärung. Soll die Küche raus, ist der geordnete Ausbau mit anschließendem Abtransport der Weg. Das lässt sich mit einer Entrümpelung verbinden, sodass die Wohnung zum Übergabetermin in dem Zustand ist, der vereinbart wurde. Der Ausbau selbst folgt derselben Reihenfolge wie oben beschrieben; nur das sortierte Sichern der Kleinteile entfällt.

Die Besichtigung entscheidet

Alles, was in diesem Ratgeber steht, führt auf denselben Punkt zu: Ob eine Küche mitkommt, entscheidet sich an Zustand, Maßen und der Geometrie des Zielraums – und beides lässt sich am Telefon nicht beurteilen. Die kostenlose Besichtigung ist der Moment, in dem die vorhandene Küche und der neue Raum gemeinsam betrachtet werden, in dem klar wird, welche Teile übernommen werden können, wo Anpassung nötig ist und welche Arbeiten an eine Fachkraft gehen. Auf dieser Grundlage lässt sich der Küchenumzug im Rahmen eines Privatumzugs zeitlich sauber mit Verladung und Transport verzahnen. A&V Group arbeitet aus Frankfurt am Main und ist unter anderem als Umzugsunternehmen in Frankfurt im Einsatz.

Kurz zusammengefasst

Prüfen Sie zuerst, ob sich die Mitnahme lohnt: Zustand der Korpusse, Standardmaß oder Maßanfertigung, Material der Arbeitsplatte, Lage der Zuschnitte und vor allem der Zuschnitt des neuen Raums. Messen und fotografieren Sie vor dem Abbau. Halten Sie beim Abbau die Reihenfolge von Geräten, Arbeitsplatte, Hängeschränken, Unterschränken und Sockel ein und sichern Sie Kleinteile beutelweise am Bauteil. Transportieren Sie Fronten und Platten stehend. Und planen Sie die Arbeiten an Gas, Strom und Wasser als eigenen Punkt ein, der zu entsprechend qualifizierten Fachkräften gehört – nicht als Nebensache am Aufbautag.

Häufige Fragen

Lohnt es sich, die Einbauküche mitzunehmen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Alter und Zustand der Korpusse, ob es sich um Standardmaße oder um eine Maßanfertigung handelt, das Material der Arbeitsplatte und vor allem die Geometrie des neuen Raums. Passt die Schrankzeile dort nicht in ähnlicher Länge und Anordnung an die Wand, bleibt von der Küche wenig Verwendbares übrig.

Übersteht eine Arbeitsplatte aus Naturstein oder Keramik den Umzug?

Nicht zuverlässig. Stein- und Keramikplatten sind an den Ausschnitten für Spüle und Kochfeld sowie an den Stoßkanten am dünnsten und brechen dort bevorzugt. Hinzu kommt, dass der vorhandene Zuschnitt nur zur alten Anordnung passt. Kürzen ist bei diesen Materialien nur eingeschränkt möglich, deshalb wird oft mit einer neuen Platte geplant.

Wer darf die Küchengeräte anschließen?

Arbeiten an Gas-, Strom- und Wasserinstallationen dürfen ausschließlich entsprechend qualifizierte Fachkräfte ausführen. Das betrifft insbesondere Gasgeräte, fest angeschlossene Herde und Änderungen an Wasser- oder Abwasserleitungen. Solche Arbeiten werden gesondert vereinbart und vor dem Umzugstermin eingeplant, damit die Küche nicht fertig aufgebaut, aber unbenutzbar dasteht.

Was passiert mit der Küche, wenn sie nicht mitkommt?

Dann sind der geordnete Ausbau und die Entsorgung der Weg. Ob die Küche in der Wohnung bleibt, an die Nachmieterseite übergeben oder ausgebaut wird, klären Sie mit der Vermieterseite. Muss sie raus, lassen sich Ausbau und Abtransport gemeinsam mit einer Entrümpelung erledigen, damit die Wohnung zum Übergabetermin geräumt ist.

Ratgeber

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